
Der Welsh Corgi Pembroke ist für seine Intelligenz, sein anhängliches Wesen und sein lebhaftes Temperament bekannt. Hinter den kurzen Beinen und dem ausdrucksstarken Gesicht steckt ein aufmerksamer, leistungsfähiger Treibhund, der gerne am Familienleben teilnimmt. Pembrokes sind meist aufgeschlossen und freundlich. Dennoch hat jeder Hund sein eigenes Temperament, das von ererbten Eigenschaften, frühen Erfahrungen und der Erziehung geprägt wird.
Ein aktiver und intelligenter Treibhund
Ursprünglich wurden Pembrokes in Wales zum Treiben von Rindern eingesetzt. Dafür brauchten sie Ausdauer, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, schnell auf wechselnde Situationen zu reagieren. Diese Eigenschaften machen die Rasse auch heute noch besonders. Ihr Mut geht auf eine Arbeit zurück, bei der sie mit Nutztieren umgehen mussten, die ihnen körperlich weit überlegen waren.
Trotz ihrer kompakten Größe lieben Pembrokes Spaziergänge, Spiele und Gelegenheiten zum Lernen. Sie profitieren sowohl von körperlicher Bewegung als auch von geistiger Beschäftigung, etwa durch kurze Trainingseinheiten und Spiele, die zum Mitdenken anregen. Art und Umfang der Bewegung sollten zum Alter, Gesundheitszustand und Entwicklungsstand des Hundes passen.
Ein Begleiter, der das Familienleben liebt
Pembrokes bauen häufig eine enge Bindung zu ihrer Familie auf und möchten gerne wissen, was alle gerade machen. Viele sind am glücklichsten, wenn sie im Alltag dabei sein dürfen: bei einem Spaziergang, beim Spielen im Garten oder wenn sie sich in Ihrer Nähe ausruhen, während Sie arbeiten.
Manche bitten mit einem sanften Nasenstupser oder einer Pfote auf Ihrem Arm um Aufmerksamkeit. Solche kleinen Gesten tragen zu ihrem besonderen Charme als Begleithunde bei. Neben dem gemeinsamen Alltag sollten sie auch Gelegenheit bekommen, entspannt zur Ruhe zu kommen und sich schrittweise an kurze Zeiten des Alleinbleibens zu gewöhnen.
Obwohl viele Pembrokes gesellig sind, reagieren sie unterschiedlich auf fremde Menschen und Hunde. Positive frühe Erfahrungen und behutsam gestaltete Begegnungen helfen ihnen, Sicherheit zu entwickeln. Lassen Sie jedem Hund die Zeit, die er braucht, um sich neuen Menschen und Artgenossen zu nähern.
Pembrokes und Kinder
Viele Pembrokes spielen gerne mit Kindern und können liebevolle Familienbegleiter werden. Eine gute Beziehung setzt einen rücksichtsvollen Umgang, angemessene Erziehung und die Aufsicht durch Erwachsene voraus.
Kinder sollten lernen, den Hund sanft zu streicheln, seinen Ruheplatz zu respektieren und ihn beim Fressen oder Schlafen nicht zu stören. Kein Hund sollte Stupsen, Ziehen oder festes Umarmen ertragen müssen. Kleine Kinder und Hunde dürfen niemals unbeaufsichtigt zusammenbleiben. Da schnelle Bewegungen das Hinterherlaufen und den Hütetrieb auslösen können, brauchen ausgelassene Spiele mitunter zusätzliche Anleitung.
Eine ausdrucksstarke Stimme
Pembrokes können recht mitteilsam sein. Durch Bellen kündigen sie beispielsweise Besuch an, reagieren auf ungewohnte Geräusche oder drücken Aufregung aus. Manche verständigen sich außerdem durch leises Brummeln, Fiepen oder spielerische Laute, die ihre Menschen liebevoll als „Reden“ bezeichnen.
Wie lautstark sich ein Hund äußert, ist individuell verschieden. Es ist hilfreicher, die Auslöser des Bellens zu verstehen, als jedem Laut dieselbe Bedeutung zuzuschreiben. Ruhiges Verhalten zu belohnen und für passende Beschäftigung zu sorgen, kann dabei helfen, gute Gewohnheiten aufzubauen. Ihre Aufmerksamkeit macht Pembrokes zu wachsamen Hunden, doch Bellen bedeutet nicht automatisch Aggression.
Hütetrieb und Erziehung
Die ursprünglichen Arbeitsinstinkte eines Pembroke können sich im Alltag darin zeigen, dass er Bewegungen hinterherjagt oder in die Fersen zwickt, besonders im Welpenalter. In der Familie kann sich dieses Verhalten gegen Menschen oder andere Haustiere richten. Hier ist geduldige Anleitung gefragt, statt es als etwas hinzunehmen, das alle einfach dulden müssen.
Es kann helfen, die Aufmerksamkeit auf ein geeignetes Spielzeug oder ein vertrautes Signal umzulenken, ruhiges Verhalten zu belohnen und Spiele so zu gestalten, dass der Hund nicht überdreht. Konsequenz ist wichtig, und die Fortschritte sind von Hund zu Hund unterschiedlich. Pembrokes lernen schnell, doch ihre Intelligenz bedeutet nicht, dass sie die Regeln Ihres Zuhauses bereits kennen.
Ein bewusster Umgang mit Futter
Viele Pembrokes sind ausgesprochen futterbegeistert. Kleine Futterbelohnungen können deshalb beim Training hilfreich sein. Dass ein Hund gerne frisst, bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass er eine größere Mahlzeit braucht.
Abgemessene Portionen, in die tägliche Futterration eingerechnete Leckerchen und regelmäßige Kontrollen der Körperkondition helfen dabei, das Gewicht im Blick zu behalten. Die Futtermenge sollte sich nach dem individuellen Bedarf des Hundes richten und nicht danach, wie nachdrücklich er um Nachschlag bittet. Ein gesundes Körpergewicht unterstützt Beweglichkeit, Wohlbefinden und ein beschwerdearmes Leben.
Jeder Pembroke hat seine eigene Persönlichkeit
Manche Pembrokes sind kleine Schalksnaturen und sehr kontaktfreudig, andere dagegen ruhiger oder bedächtiger. Selbst Welpen aus demselben Wurf können sich in ihrem Selbstvertrauen, ihrem Energielevel und der Art, wie sie Aufmerksamkeit suchen, unterscheiden.
Den einzelnen Hund zu verstehen, ist genauso wichtig wie die Rasse zu kennen. Mit freundlicher, konsequenter Erziehung, passender Beschäftigung und aufmerksamer Fürsorge kann ein Welsh Corgi Pembroke zu einem anhänglichen, unterhaltsamen und überaus geschätzten Familienmitglied werden.
